Gründung des Dorfes

m Jahr 1800 begann im serbischen Banat ein neues Kapitel europäischer Siedlungsgeschichte: Die Gründung von Lazarfeld durch deutsche Kolonisten. In einer noch dünn besiedelten Region entstand innerhalb weniger Jahre ein Dorf, das sich später zu einer lebendigen, arbeitsamen und kulturell geprägten Gemeinschaft entwickelte. Die Gründungszeit legte den Grundstein für mehr als ein Jahrhundert Geschichte, die bis heute in Erzählungen, Dokumenten und Erinnerungen fortlebt.

Historischer Hintergrund

Die ersten Hundert Jahre von 1800 - 1900

Die Gemeinde Lazarfeld gehört zum Landkreis Zrenjanin (Großbetschkerek), Wojwodina (Banat), Jugoslawien (bis 1918 zum Großbetschkereker Stuhlbezirk des Torontaler Komitates Ungarn). Der Ort wurde an jener Stelle angelegt oder angesiedelt, wo ehemals auf der Pußta Martice fünf Häuser standen, welche dann später von hier zwischen Lazarfeld und Sigmundfeld abermals unter dem Namen Pußta Martinica bis 1920 bekannt waren. Die älteren Bewohner der serbischen Nachbargemeinde Botosch nannten deshalb Lazarfeld früher auch noch „Martinica“ oder „pet kutja“ (fünf Häuser). Die Gestalt des Ortes ist ein Rechteck mit vier Langen- und vier Quergassen und das „Neue Dorf“ mit einer Quergasse und zwei Langen Gassen.

Die Nachbargemeinden von Lazarfeld sind: nördlich 8,65 km Kathreinfeld, östlich 13.43 km Sartscha und 10,98 km Ernsthausen, nordöstlich 16,28 km Stefansfeld, südlich 7,19 km Sigmundfeld, westlich 12,47 km Großbetschkerek und nordwestlich 5,29 km Klek. Die Ansiedlung oder Gründung der Gemeinde Lazarfeld geschah im Jahre 1800. Es dürften wohl die Felder bereits im Jahre 1799 im Herbste übernommen und auch bebaut worden sein, doch die Häuser wurden erst in dem erwähnten Jahre aufgebaut. Ein Häuserblock umfasste 2×6 = 12 Joch oder soviel Häuser in den Langen Gassen. „Wir konnten zwar diesbezüglich“, so schreibt Michael Eisler in seiner Monographie, „trotzt eifrigsten Forschungen keine authentischen Dokumente eruieren oder auffinden, doch der Umstand, dass „Lazarfödje“ nach seiner Gründung in kirchlicher Hinsicht drei Jahre hindurch zur Pfarrei in Etschka gehörte und alldort der Pfarrer Josef Nagy im Februar 1800 in den Matrikeln den Unterschied zwischen „hiesig“ einzutragen beginnt, bestätigt unsere Behauptung. Auch die ersten Matrikeleintragungen zeugen dafür.“

1800

Am 11.Oktober 1800 wurde das erste Kind aus Lazarfeld in Etschka getauft. Sie hat folgenden Wortlaut: „Anno 1800 mense Octobris 11 – a Infantem Mathiam ex Lazarfeld, Parentum Jacobi Veger et Elisabethae conjungis. Levantibus Mathia Koller et Margaretha Ipach. Baptisavit Josephus Nagy, Parochus Locus Etschka“. Deutsch: Am 11.Oktober im Jahre 1800 taufte Pfarrer Josef Nagy im Orte Etschka das neugeborene Kind der Eltern Jakob Veger und dessen Gattin Elisabeth aus Lazarfeld auf den Namen Matthias. Als Paten standen Matthias Koller und Margarete Ipach bei. Der erste Todesfall von Lazarfelds aber lautet wörtlich folgendermaßen: „Anno 1800 mense Julio 2 – do Danielem Hartmann ex Lazarfalva Aquae submersum Aetatis 19 annorum. Sepelivit Josephus Nagy Paruchus“. Deutsch: Am 2.Juli des Jahres 1800 beerdigte Pfarrer Josef Nagy den Daniel Hartmann aus Lazarfeld der im 19. Jahre seines Alters im Wasser ertrunken ist. Daniel Hartmann ist demnach in seinem 19. Lebensjahre verunglückt, im Wasser ertrunken, jedoch wie und wo? Vielleicht geschah dies beim Graben eines Brunnens oder beim Baden der Pferde in der Bega.

1801

Daß die Wohnhäuser erst im Jahre 1800 erbaut wurden deutet auf die hohe Sterblichkeit im Jahre 1801 hin, die besonders unter den Kinder sehr groß war, denn von 93 Sterbefällen in der Pfarrei Etschka kamen 48 auf Lazarfeld. Diese hohe Zahl der Sterbefälle lässt sich auf die neugestampften Häuser zurückführen, derer feuchte Wände gesundheitsschädigend wirkten.

1802

Im darauf folgenden Jahre (1802) kamen nur 27 Sterbefälle vor, was zwar von 74 Todesfällen in der ganzen Pfarrei auch noch viel sagen will, immerhin aber anzeigt, dass durch das Austrocknen der Häuser der Gesundheitszustand sich gebessert hat. Die Ansiedler, unsere Vorfahren, kamen zum größten Teil aus St. Hubert, Soltur und Scharlewil, den so genannten drei welschen Dörfer, vornehmlich die mit französischen Namen (Massong, Marschall, Champier, Dekreon, Descho, Dippong, Welsch, Kortje, Potje, Gajo, Hary usw. ), wie auch anderen Gemeinden des Nordbanats.

Nikolaus Heß schreibt in dem Heimatbuch der drei Schwestergemeinden St. Hubert, Scharlewil und Soltur im Banat 1770 – 1927 auf Seite 150. „Um die zukünftige Verarmung der mit Kindern überreich gesegneten Familien zu verhüten, bekamen in der ersten Zeit derer jüngere bei der Heirat auch mir unter vom Kameralrat einen anderen Hof mit Session. Auch zogen Söhne oder nach Heirat des Sohnes dessen Eltern und Geschwister nach anderen, später angesiedelten Ortschaften, um dort Haus und Session zu bekommen. So zogen im Jahre 1800 mehrere nach Lazarfeld, „welche damals im Banat angesiedelt wurde“.

Dazu die Erklärung: Als die 40 deutschen Kolonistendörfer nach 1781 an Edelleute verkauft wurden, wollten sich die drei Schwestergemeinden, um den Zehent und die Robot nicht mehr leisten zu müssen, von der Wiener Hofkammer loskaufen. Diese Anfrage wurde abschlägig entschieden. St. Hubert, Scharlewil, Soltur, Mastort, Heufeld und die Prädium Toba kaufte Feldzeugmeister Graf von Ferraris um 152244 Gulden im Jahre 1795. Zwei Jahre später verpachtete Ferraris das Gut auf 9. Jahre für 13 Millionen rheinische Gulden an Baron Lilien. Die Pacht samt Zinsen mussten die Bauern bezahlen. So kamen viele nach Etschka 1793, Kathreinfeld 1793, Lazarfeld 1800, Sigmundfeld 1809, Klek 1818, Stefansfeld 1795, Ernsthausen 1822, und Sartscha 1805. Es sind Sekundär- oder Zweitansiedlungen. Um nachforschen zu können, woher die Vorfahren der Lazarfelder kamen, habe ich in der zweiten Auflage der Monographie die Siedlungsorte des Banats ausführlich behandelt.

Beim Einmarsch der Russen 1944 wurden die Lazarfelder Pfarr – und Gemeindebücher verbrannt. Zur Ahnenforschung dienen jetzt nunmehr die Mikrofilme der Pfarrbücher des Banats von der Ansiedlung bis 1836 im Institut für Auslandsbeziehungen in Stuttgart, Charlottenplatz 17.

Die Gemeinde Lazarfeld erhielt ihren Namen von der grundherrschaftlichen Familie Lazar, Lazarfeld. Pfarrer Nagy, dem Namen nach ein Ungar, schreibt in der ersten Sterbeurkunde Lazarfalva, deutsch: das Dorf Lazar. Diese Benennung finden wir später nicht mehr. Im Jahre 1830 wird das Ungarische als Verwaltungssprache langsam eingeführt und aus Lazarfeld wird Lazarföldje, deutsch: das Feld des Lazar. Das erste Siegel des Pfarramtes, wie auch der Gemeinde, stellt den heiligen Augustinus dar mit folgender Umschrift:  „Sigillum Parochiae Lazarfeldgyeensis,“ beziehungsweise „Sigillum Communitatis Lazarföldgye.“ Von welcher Zeit die beiden Siegel stammten, kann man nicht feststellen, vermutlich nach 1830. Beim Siegel der Pfarrei könnte „Lazarfeldgyeensis“ noch der deutsche Namen sein, bei dem der Gemeinde bereits die ungarische Bedeutung d.h. Grundbesitz des Lazar. Lazarfeld und Lazarföld ist etymologische Gleichheit (Stammwortgleichheit) Feld = föld, Feld auch Acker, földje heißt Ungarisch nicht mehr mein Feld, sondern mein Grundbesitz. Ich glaube Feld = föld ist die richtige Bedeutung und nicht földje. Nach 1860 wird schon mit Lazarföld, deutsch: Lazarfeld und auch noch Lazarfödje geschrieben. Im Jahre 1868 bekamen im Torontaler Komitate die Gemeinden erneut ungarische Namen und Lazarföldje fällt allmählich weg und gebraucht wird hauptsächlich der Ortsname Lazarföld.

Eisler schreibt in seiner Monographie 1900 noch immer Lazarföldje, weil er diese Benennung als die richtige hielt. Nach 1918 bekommt unser Ort den serbischen Namen Lasarevo (lese Laserewo) und nach der Besetzung des jugoslawischen Teiles des Banats durch die Deutsche Wehrmacht im Jahre 1941 hieß unsere Gemeinde wie ursprünglich wieder Lazarfeld. Unsere Leute haben immer Lasarfeld (Las`rfeld) gesagt. Nach 1944 heißt der Ort wieder Lasarevo.

Wie schon erwähnt kaufte der Kameralsguts – Pächter Lukas Lazar die Herrschaft Etschka. Sein Sohn Johann Lazar war der Gründer der Gemeinde Lazarfeld. Am 10. Mai 1791 wurde Johann Lazar geadelt und 1793 übernahm er die Verwaltung des Gutes. Im selben Jahr ließ er in Etschka die Kirche erbauen und als Anerkennung erhielten sein Söhne August und Michael am 9. November 1804 das Adelsprädikat de Etschka („de“ = deutsch = von). Johann war auch Vicegespan des Torontaler Komitates und als Offizier spendete er der Militär Akademie Ludovika im Jahre 1808 über 5000 fl. Er starb, 52 Jahre alt, am 20.Juni 1809 in Etschka. Der Erbe war sein Sohn August. Ursprünglich gab es in Lazarfeld 105 ganze und 32 halbe

Sessionen (Bauerngründe). Zu einer ganzen Session gehörten 32 Joch, und zwar: 24 Joch Äcker (8 Joch Winterflur, 8 Joch Sommerflur und 8 Joch Brache), 3 Joch Wiesen, 3 Joch Hutweide, 1 Joch Wiengarten und 1 Joch Hausplatz (12 Kl. Breit und 133 Kl. Lang); eine halbe Session aber bestand aus 16 ½ Joch uzw. 12 Joch Äcker (4 Joch Winterflur, 4 Joch Sommerflur und 4 Joch Brache). 1 ½ Joch Wiesen 1 ½ Joch Hutweide, ½ Joch Weingarten und 1 Joch Hausplatz. Hernach wurden die drei Langen Gassen an beiden Enden mit je 2 Kleinhäuslern verlängert, so dass nun auch 12 Kleinhäusler angesiedelt waren. Später erhielt noch jedes Haus 1/3 Joch Kleegarten.

Der ursprüngliche Ansiedlungsvertrag war nicht aufzufinden, man musste sich auf die Angaben alter Leute stützen, um zu erfahren, welche Verpflichtungen die Ansiedler der Grundherrschaft gegenüber hatten. Gemäß diesen Angaben zahlten eine ganze Session jährlich 32 fl. Bargeld, 16 Metzen Weizen, 16 Metzen Hafer oder Kukuruz (Mais) und noch 2 Joch für die Herrschaft frei zu bearbeiten. Die Halbbauern dagegen zahlten jährlich 13 fl. 30 kr. Lieferten 6 Metzen Weizen, 3 Metzen Gerste, 3 Metzen Hafer, 9 Metzen Kukuruz, außerdem hatten sie ebenfalls 2 Joch frei zu bearbeiten und jährlich 12 Tage Robot (Fronarbeit, Knechtschaft) zu leisten. Die Häusler waren mit jährlichen 6 Tagen Robot belastet. Die ganzen Sessionen waren anfänglich von der Robot befreit. Diese Angaben und Gebühren wurden jedoch bei jener Erneuerung des Vertrages besonders durch Hand – und Zugkraft erhöht. Nach einigen aufgefundenen, aus den Jahren 1840 – 1855 stammenden „Frohnbüchlein“ war die Schuldigkeit in Getreide noch immer 16 Metzen Weizen, dazu kamen aber 8 Metzen Gerste, 8 Metzen Hafer, 12 Metzen Kukuruz, ferner 16 Robot, 2 Tagfahrten, ein Tag Weizentreten mir 8 Pferden und 2 Theißfuhren nach einer ganzen Session. Somit sind es 12 Metzen und 21 Tage Hand– und Zugkraft jährlich mehr geworden. Die Halbbauern aber zahlten in dieser Zeit schon 16 fl.

Die Naturalienabgabe blieb dieselbe, ebenso die Robot, doch hatten auch sie ebenfalls ein Tag und eine Theißfuhr nebst einem Tag treten mit 4 Pferden zu leisten. Unter Theißfuhr versteht man Getreide bis zur Theiß abliefern und dort Baumaterial anfahren. Die Entfernung von Lazarfeld bis zur Theiß bei Neu Betsche beträgt 60 km oder bis Titel 50 km. Auf Wie viele Jahre der Ansiedlungsvertrag zwischen den Ansiedlern und der Grundherrschaft seinerzeit geschlossen, und wie oft er später erneuert wurde, konnte, wie schon erwähnt – nicht festgestellt werden. Laut einem in dem Kapitel über „Volks und Landwirtschaft“ angeführten Kauf- und Verkaufsvertrag im Jahre 1822 finden wir seitens des herrschaftlichen Plenipotentiäten (Bevollmächtigter) Lapady, der den Vertrag mit der Genehmigungsklausel versah, die Berufung auf den am 29. September 1813 abgeschlossenen herrschaftlichen Kontrakt. Demnach wurde der Ursprüngliche Vertrag schon im Jahre 1813 erneuert, erweitert oder ergänzt.

Am 30. August 1807 nachmittags um 4 Uhr brach in Großbetschkerek ein Großfeuer aus und die ganze Innenstadt wurde ein Opfer der Flammen, nur die zwei Kirchen bleiben vom Feuer verschont. Das Archiv im Komitatsgebäude, in dem vermutlich auch der Ansiedlungsvertrag von Lazarfeld aufbewahrt war, wurde vom Feuer vernichtet.

Die Bewohner der Gemeinde Lazarfeld gehörten von 1800 bis 1803 zur Etschkaer Pfarrei, sie hatten in ihrer Gemeinde bloß ein Bethaus, wo sie zu gemeinschaftlichem Gebet zusammen kamen. Als Bethaus wurde zuerst das Haus mit der Hausnummer 78, später jenes von Nr. 68 benützt, bis die Gemeinde nach 1800 das Schulhaus erbaute. Bis zum Bau der Kirche wurde der Gottesdienst im Schulhaus Nr. 100 abgehalten. In der Historia Domus (Hausgeschichte) des Pfarramtes Lazarfeld erwähnte Pfarrer Hilarius Felix, dass der Etschkaer Pfarrer Josef Nagy in einem an das Schulhaus angebauten Saal über zwei Jahre hindurch die Sakramente den Gläubigen spendete. Im Jahre 1803 erhielt die Gemeinde, durch die Grundherrschaft als Patronatsherrschaft, ein selbständiges Pfarramt (Hausnummer 98) und dieses hat seit dieser Zeit auch eigene Matrikeln. Der erste Pfarrer war Hilarius Felix aus dem Orden der Misericordianer (Barmherzigen), er kam von Beodra und wirkte in Lazarfeld von 1803 bis 1805.

1802

Im darauf folgenden Jahre (1802) kamen nur 27 Sterbefälle vor, was zwar von 74 Todesfällen in der ganzen Pfarrei auch noch viel sagen will, immerhin aber anzeigt, dass durch das Austrocknen der Häuser der Gesundheitszustand sich gebessert hat. Die Ansiedler, unsere Vorfahren, kamen zum größten Teil aus St. Hubert, Soltur und Scharlewil, den so genannten drei welschen Dörfer, vornehmlich die mit französischen Namen (Massong, Marschall, Champier, Dekreon, Descho, Dippong, Welsch, Kortje, Potje, Gajo, Hary usw. ), wie auch anderen Gemeinden des Nordbanats.

Nikolaus Heß schreibt in dem Heimatbuch der drei Schwestergemeinden St. Hubert, Scharlewil und Soltur im Banat 1770 – 1927 auf Seite 150. „Um die zukünftige Verarmung der mit Kindern überreich gesegneten Familien zu verhüten, bekamen in der ersten Zeit derer jüngere bei der Heirat auch mir unter vom Kameralrat einen anderen Hof mit Session. Auch zogen Söhne oder nach Heirat des Sohnes dessen Eltern und Geschwister nach anderen, später angesiedelten Ortschaften, um dort Haus und Session zu bekommen. So zogen im Jahre 1800 mehrere nach Lazarfeld, „welche damals im Banat angesiedelt wurde“.

Dazu die Erklärung: Als die 40 deutschen Kolonistendörfer nach 1781 an Edelleute verkauft wurden, wollten sich die drei Schwestergemeinden, um den Zehent und die Robot nicht mehr leisten zu müssen, von der Wiener Hofkammer loskaufen. Diese Anfrage wurde abschlägig entschieden. St. Hubert, Scharlewil, Soltur, Mastort, Heufeld und die Prädium Toba kaufte Feldzeugmeister Graf von Ferraris um 152244 Gulden im Jahre 1795. Zwei Jahre später verpachtete Ferraris das Gut auf 9. Jahre für 13 Millionen rheinische Gulden an Baron Lilien. Die Pacht samt Zinsen mussten die Bauern bezahlen. So kamen viele nach Etschka 1793, Kathreinfeld 1793, Lazarfeld 1800, Sigmundfeld 1809, Klek 1818, Stefansfeld 1795, Ernsthausen 1822, und Sartscha 1805. Es sind Sekundär- oder Zweitansiedlungen. Um nachforschen zu können, woher die Vorfahren der Lazarfelder kamen, habe ich in der zweiten Auflage der Monographie die Siedlungsorte des Banats ausführlich behandelt.

Beim Einmarsch der Russen 1944 wurden die Lazarfelder Pfarr – und Gemeindebücher verbrannt. Zur Ahnenforschung dienen jetzt nunmehr die Mikrofilme der Pfarrbücher des Banats von der Ansiedlung bis 1836 im Institut für Auslandsbeziehungen in Stuttgart, Charlottenplatz 17.

Die Gemeinde Lazarfeld erhielt ihren Namen von der grundherrschaftlichen Familie Lazar, Lazarfeld. Pfarrer Nagy, dem Namen nach ein Ungar, schreibt in der ersten Sterbeurkunde Lazarfalva, deutsch: das Dorf Lazar. Diese Benennung finden wir später nicht mehr. Im Jahre 1830 wird das Ungarische als Verwaltungssprache langsam eingeführt und aus Lazarfeld wird Lazarföldje, deutsch: das Feld des Lazar. Das erste Siegel des Pfarramtes, wie auch der Gemeinde, stellt den heiligen Augustinus dar mit folgender Umschrift:  „Sigillum Parochiae Lazarfeldgyeensis,“ beziehungsweise „Sigillum Communitatis Lazarföldgye.“ Von welcher Zeit die beiden Siegel stammten, kann man nicht feststellen, vermutlich nach 1830. Beim Siegel der Pfarrei könnte „Lazarfeldgyeensis“ noch der deutsche Namen sein, bei dem der Gemeinde bereits die ungarische Bedeutung d.h. Grundbesitz des Lazar. Lazarfeld und Lazarföld ist etymologische Gleichheit (Stammwortgleichheit) Feld = föld, Feld auch Acker, földje heißt Ungarisch nicht mehr mein Feld, sondern mein Grundbesitz. Ich glaube Feld = föld ist die richtige Bedeutung und nicht földje. Nach 1860 wird schon mit Lazarföld, deutsch: Lazarfeld und auch noch Lazarfödje geschrieben. Im Jahre 1868 bekamen im Torontaler Komitate die Gemeinden erneut ungarische Namen und Lazarföldje fällt allmählich weg und gebraucht wird hauptsächlich der Ortsname Lazarföld.

Eisler schreibt in seiner Monographie 1900 noch immer Lazarföldje, weil er diese Benennung als die richtige hielt. Nach 1918 bekommt unser Ort den serbischen Namen Lasarevo (lese Laserewo) und nach der Besetzung des jugoslawischen Teiles des Banats durch die Deutsche Wehrmacht im Jahre 1941 hieß unsere Gemeinde wie ursprünglich wieder Lazarfeld. Unsere Leute haben immer Lasarfeld (Las`rfeld) gesagt. Nach 1944 heißt der Ort wieder Lasarevo.

Wie schon erwähnt kaufte der Kameralsguts – Pächter Lukas Lazar die Herrschaft Etschka. Sein Sohn Johann Lazar war der Gründer der Gemeinde Lazarfeld. Am 10. Mai 1791 wurde Johann Lazar geadelt und 1793 übernahm er die Verwaltung des Gutes. Im selben Jahr ließ er in Etschka die Kirche erbauen und als Anerkennung erhielten sein Söhne August und Michael am 9. November 1804 das Adelsprädikat de Etschka („de“ = deutsch = von). Johann war auch Vicegespan des Torontaler Komitates und als Offizier spendete er der Militär Akademie Ludovika im Jahre 1808 über 5000 fl. Er starb, 52 Jahre alt, am 20.Juni 1809 in Etschka. Der Erbe war sein Sohn August. Ursprünglich gab es in Lazarfeld 105 ganze und 32 halbe

Sessionen (Bauerngründe). Zu einer ganzen Session gehörten 32 Joch, und zwar: 24 Joch Äcker (8 Joch Winterflur, 8 Joch Sommerflur und 8 Joch Brache), 3 Joch Wiesen, 3 Joch Hutweide, 1 Joch Wiengarten und 1 Joch Hausplatz (12 Kl. Breit und 133 Kl. Lang); eine halbe Session aber bestand aus 16 ½ Joch uzw. 12 Joch Äcker (4 Joch Winterflur, 4 Joch Sommerflur und 4 Joch Brache). 1 ½ Joch Wiesen 1 ½ Joch Hutweide, ½ Joch Weingarten und 1 Joch Hausplatz. Hernach wurden die drei Langen Gassen an beiden Enden mit je 2 Kleinhäuslern verlängert, so dass nun auch 12 Kleinhäusler angesiedelt waren. Später erhielt noch jedes Haus 1/3 Joch Kleegarten.

Der ursprüngliche Ansiedlungsvertrag war nicht aufzufinden, man musste sich auf die Angaben alter Leute stützen, um zu erfahren, welche Verpflichtungen die Ansiedler der Grundherrschaft gegenüber hatten. Gemäß diesen Angaben zahlten eine ganze Session jährlich 32 fl. Bargeld, 16 Metzen Weizen, 16 Metzen Hafer oder Kukuruz (Mais) und noch 2 Joch für die Herrschaft frei zu bearbeiten. Die Halbbauern dagegen zahlten jährlich 13 fl. 30 kr. Lieferten 6 Metzen Weizen, 3 Metzen Gerste, 3 Metzen Hafer, 9 Metzen Kukuruz, außerdem hatten sie ebenfalls 2 Joch frei zu bearbeiten und jährlich 12 Tage Robot (Fronarbeit, Knechtschaft) zu leisten. Die Häusler waren mit jährlichen 6 Tagen Robot belastet. Die ganzen Sessionen waren anfänglich von der Robot befreit. Diese Angaben und Gebühren wurden jedoch bei jener Erneuerung des Vertrages besonders durch Hand – und Zugkraft erhöht. Nach einigen aufgefundenen, aus den Jahren 1840 – 1855 stammenden „Frohnbüchlein“ war die Schuldigkeit in Getreide noch immer 16 Metzen Weizen, dazu kamen aber 8 Metzen Gerste, 8 Metzen Hafer, 12 Metzen Kukuruz, ferner 16 Robot, 2 Tagfahrten, ein Tag Weizentreten mir 8 Pferden und 2 Theißfuhren nach einer ganzen Session. Somit sind es 12 Metzen und 21 Tage Hand– und Zugkraft jährlich mehr geworden. Die Halbbauern aber zahlten in dieser Zeit schon 16 fl.

Die Naturalienabgabe blieb dieselbe, ebenso die Robot, doch hatten auch sie ebenfalls ein Tag und eine Theißfuhr nebst einem Tag treten mit 4 Pferden zu leisten. Unter Theißfuhr versteht man Getreide bis zur Theiß abliefern und dort Baumaterial anfahren. Die Entfernung von Lazarfeld bis zur Theiß bei Neu Betsche beträgt 60 km oder bis Titel 50 km. Auf Wie viele Jahre der Ansiedlungsvertrag zwischen den Ansiedlern und der Grundherrschaft seinerzeit geschlossen, und wie oft er später erneuert wurde, konnte, wie schon erwähnt – nicht festgestellt werden. Laut einem in dem Kapitel über „Volks und Landwirtschaft“ angeführten Kauf- und Verkaufsvertrag im Jahre 1822 finden wir seitens des herrschaftlichen Plenipotentiäten (Bevollmächtigter) Lapady, der den Vertrag mit der Genehmigungsklausel versah, die Berufung auf den am 29. September 1813 abgeschlossenen herrschaftlichen Kontrakt. Demnach wurde der Ursprüngliche Vertrag schon im Jahre 1813 erneuert, erweitert oder ergänzt.

Am 30. August 1807 nachmittags um 4 Uhr brach in Großbetschkerek ein Großfeuer aus und die ganze Innenstadt wurde ein Opfer der Flammen, nur die zwei Kirchen bleiben vom Feuer verschont. Das Archiv im Komitatsgebäude, in dem vermutlich auch der Ansiedlungsvertrag von Lazarfeld aufbewahrt war, wurde vom Feuer vernichtet.

Die Bewohner der Gemeinde Lazarfeld gehörten von 1800 bis 1803 zur Etschkaer Pfarrei, sie hatten in ihrer Gemeinde bloß ein Bethaus, wo sie zu gemeinschaftlichem Gebet zusammen kamen. Als Bethaus wurde zuerst das Haus mit der Hausnummer 78, später jenes von Nr. 68 benützt, bis die Gemeinde nach 1800 das Schulhaus erbaute. Bis zum Bau der Kirche wurde der Gottesdienst im Schulhaus Nr. 100 abgehalten. In der Historia Domus (Hausgeschichte) des Pfarramtes Lazarfeld erwähnte Pfarrer Hilarius Felix, dass der Etschkaer Pfarrer Josef Nagy in einem an das Schulhaus angebauten Saal über zwei Jahre hindurch die Sakramente den Gläubigen spendete. Im Jahre 1803 erhielt die Gemeinde, durch die Grundherrschaft als Patronatsherrschaft, ein selbständiges Pfarramt (Hausnummer 98) und dieses hat seit dieser Zeit auch eigene Matrikeln. Der erste Pfarrer war Hilarius Felix aus dem Orden der Misericordianer (Barmherzigen), er kam von Beodra und wirkte in Lazarfeld von 1803 bis 1805.

Die Ankunft der ersten Familien (ab 1800)

Die ersten Siedlerfamilien erreichten die Region um 1800. Sie stießen auf unerschlossenes Land, mussten Wälder roden, Sümpfe trockenlegen und Wege anlegen. Unter einfachsten Bedingungen entstanden die ersten Bauernhäuser aus Lehm und Holz, später aus Ziegeln.

Die Siedler brachten:

  • landwirtschaftliches Wissen

  • Handwerkliche Fähigkeiten

  • religiöse und kulturelle Traditionen

  • ihre deutsche Sprache

Diese Faktoren prägten den Charakter des neu entstehenden Dorfes von Beginn an.